Unterwandert von Produktplatzierungen!

Bitte achten Sie nicht auf das Logo! Danke für die Nichtbeachtung des Logos!

Ich habe es ja schon angekündigt. Bock auf eine kleine Bildmeditation? Bitte sehr, hier. Fertig? Also, was sehen wir hier? Ein sog. Symbol-Foto, also gestellt. Und zwar schlecht, denn kein Einbrecher mit Verstand würde seine Jacke halb öffnen, weil… ganz richtig, er könnte irgendwo hängenbleiben und/oder beobachtet werden. Da würde ein Markenshirt sofort in die Täterbeschreibung wandern, das kennt man von XY ungelöst. Er würde eher ein neutrales Shirt tragen, also was sehen wir hier wirklich? Genau, waschechtes Product Placement, im Volksmund auch „Schleichwerbung“ genannt. Zufall? Irrtum, das kommt ständig vor, noch ein gutes schlechtes Beispiel hier. Unvermeidlicher Realismus? Schau genau, der Stift wird auch noch falsch gehalten (der Daumen gehört in die Vertiefung), damit man nicht nur das Design, sondern auch noch das Logo und den (angeschnittenen) Firmenschriftzug gut erkennen kann. Auf einem sauberen Symbolbild hätte man den Stift zumindest umgedreht oder gleich ein No-Name-Produkt verwendet. Denn wenn es um Nachrichten geht, ist besondere Sorgfalt gefragt. Aus einer Mittteilung des Presserats:

„Einen Hinweis wegen einer Verletzung der Ziffer 7 erhielt eine weitere Lokalzeitung, die zur Weihnachtszeit das Foto eines Kindes mit seinem Adventskalender auf der ersten Seite veröffentlichte. Darauf war das Logo eines Schokoladenherstellers deutlich zu sehen. Der Beschwerdeausschuss weist daraufhin, dass Redaktionen auch bei solchen Symbolfotos die Trennung von Redaktion und Werbung beachten müssen. Das Logo des Schokoladenherstellers hätte hier nicht erscheinen dürfen.“

Jetzt stellt sich die Frage nach dem Warum. Sind in der (Bild)Redaktion Praktikanten am Handwerk, welches sie nicht beherrschen? Oder kann man durch die Häufung von einem Vorsatz ausgehen? Ein Szenario: Die Firmen kaufen sich in die Fotos ein, welche an die Medien verkauft werden, die (Bild)Agentur verdient doppelt. Oder die Fotos werden von der (Bild)Agentur billig bis gratis zu Artikeln geliefert, die Medien sparen. Oder die Medien kriegen von den Firmen eine Provision für jedes Product Placement. Was keine reine Verschwörungstheorie ist, kauft sich die Wirtschaft doch immer mehr und mehr in den redaktionellen Teil ein. Und je weniger Kontext, desto schwerer ist Schleichwerbung zu beweisen, Archivbilder sind das perfekte Trägermaterial. Die gibt es übrigens auch als Modul. Was lernen wir daraus? Man soll seinen Augen trauen, aber nicht den Medien.

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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