Möge Allah in deines Vaters…

…Bart furzen! So lautet einer der schönsten arabischen Flüche, der jetzt wahrscheinlich auch gegen Charlie Hebdo ausgesprochen wird. In einem SPON-Interview äussern sich die deutschen Kollegen zu den Karikaturen der aberwitzigen Amphibiennascher. So weit, so gut, nur hat es der kommende TITANIC-Titel auch in sich, man lese die SPON-Bildunterschrift. Mal ganz abgesehen davon, das radikale Muslime auch in Friedenszeiten keinen Sinn für Humor haben, das ist nicht ein arabisch wirkender Krieger, sondern der arabische Krieger schlechthin, Saladin. Natürlich nicht in Person, sondern ausgerechnet von einem Briten (alter Erzfeind!) verkörpert, genauer gesagt von Rex Harrison. Es kommt noch viel besser, in dem reichlich stereotypen Hollywood-Historienschinken „Der Talisman“ (siehe Video). Noch mehr versteckte Blähvorlagen gefällig? Bitte sehr, die arme weisse Frau in der Originalvorlage des Bettie-Titelbildes war Virginia Mayo. Ob die TITANIC absichtlich dieses so fraktale Stereotyp als Spielzeug gewählt hat, das in jeder Assoziationsebene eine Beleidigung bietet? Wenn ja, dann ist der verantwortliche Bildredakteur ein verdammtes Genie. Nur wird die eine Hälfte der Zielgruppe diese Doppelfinte gegen das Klischee vom Hassassin leider kaum zu schätzen wissen. Die meisten werden „Mohammed“ lesen und schon greift das kategorisch-prophetische Bilderverbot, auf Shaitan-Shitstorm komm raus. Applaus kommt eher von der falschen Seite, die tapferen Islamophobiker werden sich bagdaddiebisch freuen, dass sich das Frankfurter Schandblatt (Erbsünde Papst-Titel!) auf seine Christenpflicht besinnt und den Sandteufel in die Pfanne haut. Was nützt Satire, wenn sie nicht verstanden wird? Ach ja, in meiner Hometown protestierten eben erst 500 Personen (+ ein Demagoge der CSU) gegen die angeblich globale Christenverfolgung, darunter auch Kopten aus Ägypten. Wer den Grund für den aktuellen „Muslim Rage“ (Modewort des Jahres) schon längst wieder vergessen hat, der Schmähfilm über den Propheten wurde von einem radikalen ägyptischen Kopten in der Diaspora USA produziert… ja, die Wege des Herrn sind unergründlich, die der Menschen meist nur Holzwege, aus den Brettern vor dem eigenen Kopf gezimmert. Gott (Name d. Red. bekannt), wirf wenigstens eine Zange vom Himmel!

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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Eine Antwort zu Möge Allah in deines Vaters…

  1. nextkabinett schreibt:

    Reblogged this on Rund um den Kabinettstisch und kommentierte:
    Ja ja, es ist schon ein Kreuz mit unser aller Stereotypien im Schädel …

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