Bigger than Breitner

UPDATE: Hab mich verzählt, es sind natürlich nur glorreiche 40. Deren Galerie hat sich inzwischen auch hier eingefunden, leider sind in der Standardgrösse die Postertexte teilweise unlesbar… Hmpf!

ICH BIN DEUTSCHLAND!

Kein Grössenwahn, ich bin es zumindestens auf posterheroes.org. Ist nicht ganz das Gleiche wie populärer als Jesus zu sein (Zitat John Lennon in meinem Geburtsjahr), aber die Zahlen machen mich zu einer Art Paul Breitner: 1088 Beiträge aus 67 Ländern, von den 41 „Gewinnern“ kommen 23 aus bella Italia, 7 aus China, 2 aus dem Iran, jeweils einer aus den USA, Russland, Bolivien, Kanada, Holland, Kroatien, der Schweiz und… SCHLAAAND! Nur 10 Nationen und so eine Übermacht der Tifosi? Ja, das hat mehrere Gründe, natürlich spricht sich ein Wettbewerb mit Sitz in Turin in Italien schneller und besser herum, globales Dorf hin oder her. Dann ist natürlich italienisches Design nicht nur sprachlich eine feste Grösse, Design ist im Stiefel Leitkultur mit einer langen Tradition, der 1.Designer im modernen Sinn war Leonardo da Vinci. Und wo praktisch jeder 3. ein Designer ist, gibt es natürlich auch mehr bessere Designer, im Sinne von Talent, Können und Berufsehre. Letzteres bedeutet auch, dass man auch als Profi bereit ist, mal keinen Blumentopf zu gewinnen. Es gibt ja weder Geld noch Gala, keine grosse Promotion, nur bescheidenstes Namedropping. Dafür machen die meisten Design-Diplomanden anderer Nationen keinen Finger krumm, auch nicht für eine gute Sache bzw. einen höheren Zweck. Dafür ist ihr Ego zu aufgeblasen, die wollen jeden Furz mit Gold aufgewogen haben. Ich kleine, autodidaktive Pixelschubse bin also „gegen“ eine Superforza von bestens trainierten Rittern der Desktoprunde angetreten. „Gegen“ einen geradezu faschistoiden Nationalstolz, „Siegen“ war Ehrensache. Je nun, Schlaand ist eigentlich auch eine Grafikdesign-Nation, man denke nur an Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg. Der war zwar mehr ein Techniker, aber Grafikdesign ist Technik. In Sachen Grafik als Kunst müssen wir uns aber auch nicht verstecken, man denke nur an das Bauhaus, welches quasi eine praktische Umsetzung des Kubismus / Futurismus darstellt und das Design revolutioniert hat. Ich habe noch ein persönliches Erbe, mein lausiger wie seliger Vater hat die Computergrafik in Schlaaand etabliert. Mit diesem Wettbewerb. Wieder zurück in die Gegenwart, hatten die deutschen Pros tatsächlich eine schnöde Geldbörse anstelle eines Herzens? Oder habe ich sie geschlagen, weil ihre duften Diplome noch lange keine deutsche Wertarbeit garantieren?  Ja, mit dem Kopf im eigenen Arsch ist nämlich schlecht denken. Und meine Stadt ist voll mit solchen Akrobaten, die nicht müde werden, mir meine Minderwertigkeit unter die Nase zu reiben. Alter Verlierer. Jetzt lache ich mal böse, mangels Gewohnheit bin ich nämlich ein schlechter Gewinner. Und vergleiche mich mit Paul Breitner, der 1982 Deutschlands Ehre gegen die Nemesis der Azzurri gerettet hat:

Genauer gesagt ist es doch eher so, als wenn „Il Biondo“ statt Ayatollah Paule angetreten wäre, mein Lands- & Stadtmann sowie Namensonkel hat ja schon im Jahre meiner Geburt „unsere“ Ehre gerettet, ein Datschi hat waschechte Geschichte geschrieben:

Nicht im Bild: Der symbolisch wertvolle Ball, den Helmut als Vergeltung für das faule Tor geklaut hat. Das hat die Inselaffen ewig geärgert und ihn erst zum wahren Held gemacht. Und für Juventus Turin hat er auch noch gespielt, wenn das mal kein Zufall ist. Krieg ich jetzt ein bisschen Respekt? Obwohl bei uns Kultur & Sport von einem Referat verwaltet werden, wird mein kleiner, symbolischer Sieg dort wohl unbemerkt bleiben, selbst wenn ich ihn selbst vom Turm blasen würde. Es gelten ja nur die üblichen Verdächtigen was, die das Mittelmass als Status Quo bewahren, insbesondere in Sachen „Sohnderstadt“ Brecht (welcher das Motto von posterheroes.org gestellt hat), Personenkult zum Abgewöhnen. Aber scheiss drauf, ich bin Schlaaand und das ist auch gut so. Feiern kann ich alleine, da kann ich wenigstens richtig schlechte Musik spielen.

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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2 Antworten zu Bigger than Breitner

  1. kreadiv schreibt:

    Aus aktuellem Anlass spendiert die Suppenküche heute folgendes Gewinnermenü:
    * Heldensuppe mit blonden Markklößchen
    * Altdeutscher Schäferhundbraten mit Spätzle in Rahmsoße (auf Wunsch auch eine vegetarische Alternative)
    * Backfrischer Datschi

    Und jetzt hab ich keine Zeit mehr, ich muss in die Küche 😉
    Der Horst kommt ja später auch noch zu einer kleinen Laudatio…

    • twixraider schreibt:

      Ich nehme falschen Hund, bin ja kein VegetArier. Apropos teutonische Nemesis, um den Inselaffen, der mich beim Human Rights Logo so schnöde beklaut hat, wird sich jetzt auch gekümmert. Das auswärtige Amt ist nämlich nicht scharf darauf, Ärger mit Apple zu bekommen… RACHE FÜR WEMBLEY!

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