Wer im Saustall sitzt…

…soll nicht mit Schweinen werfen! Unsere alte Freundin BILD macht hier aus einem Ottifanten eine spanische Fliege. Den Schweinkram „als Beweis“ zu zeigen ist ja schon „grenzwertig“ genug. Nee, lieber Otto, die Darstellung von Sodomie ist im KiKa selbst als krude Karikatur immer noch unüblich, auch wenn ich deine überaus rückgrätige Reaktion im „Leckt mich doch am Mors!“-Untertenor durchaus bewundernswert finde. Die Reproduktion hat aber noch einen anderen juristischen Aspekt, die ist nämlich – auch auszugsweise – nur mit der ausdrücklichen Genehmigung des Verlags und/oder des Urhebers gestattet. Immerhin handelt es sich nicht um verschollene Werke eines alten Meisters, der schon über 70 Jahre tot ist, auf dem Cover von Band 2 steht ein wenn auch krakeliges Copyright-Zeichen und der Firmenname „Döscher & Co.“. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder das ganze ist ein abgesprochener PR-Gag oder die BILD legt es auf eine Klage an. In letzterem Fall bekäme Otto ein wenig mehr, als er jemals an Tantiemen für die 150 Exemplare bekommen hätte plus zusätzliche Publicity. Die bekäme BILD auch, aber würde sich das lohnen? Wirklich schmerzen würde die Strafe den Springer-Verlag wohl nicht und schlechte Werbung ist auch Werbung, aber dafür einen der besseren Prominenten in die Pfanne zu hauen? Otto hat sich abgenutzt, aber er war nie etwas anderes als eine eher nicht kindgerechte Nervensäge, das ist sein Beruf. Seine Weibergeschichten waren auch vergleichsweise harmlos, sonstige Skandale hat er sich netterweise komplett verkniffen. Insofern ist es relativ unwahrscheinlich, dass er die Popularität seiner alten Tage mit so billigen Tricks aufpolieren will. Apropos alt, „vor mehr als 30 Jahren“ ist auch ein recht schwammiger Begriff, die beiden Schundheftchen würde ich schon vom Zeichenstil um einiges früher datieren. 1981 würde zwar zur LP „Otto versaut Hamburg“ passen, aber da hatte er schon längst einen Verleger, mehr zur Karriere hier. Interessanter ist auch die Frage, warum die kleine Erstauflage nicht in den Handel bzw. unter den Ladentisch kam. War das ein provokatives Experiment und woran ist es letztendlich gescheitert? Gab es plötzlich ein Image zu schützen oder hat der Verleger Bollen bekommen? Den habe ich mit 99,99%iger Wahrscheinlichkeit hier ausfindig gemacht, vielleicht bringt er ja Licht ins Dunkel dieses Skandälchens um seinen ehemaligen Praktikanten. Der Finder wird sich mit der Aufstockung seines Lohns bzw. seiner Rente übrigens ziemlich schwer tun, eBay hat ja schon Versteigerungen von weitaus harmloseren Material gelöscht, auch wenn die Luft früher wirklich heisser war. Wie auch immer, BILD hat wieder Nivea bewiesen… *kicher*

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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