Selbst ist der Horst! (reloaded)

UPDATE: Der „Erfinder“ von Horst war gar nicht erfreut und hat gleich mit Verbalinjurien um sich geschmissen, als hätte ich sein Urheberrecht verletzt. Dumm, dass er keines hat. Die Idee, Filmtitel durch Ersetzen eines oder mehrere Begriffe zu verballhornen, aber dabei den Look des Originals beizubehalten (einGrenzgänger zwischen Parodie und Fälschung, auch „Spoof“ genannt), hat sooon Bart, erfunden haben das im Prinzip die Jungs von MAD. Also wenn sich hier jemand auf die Zehen getreten fühlen dürfte, dann höchstens die und Lucasfilm. „Horst“ für sich allein ist auch kein Firmen- oder Markennamen, sonst müsste man ja bei der Taufe Lizenzgebühren abdrücken. Der Kritikpunkt, ich hätte keine Quellenangabe gemacht, ist ergo auch hinfällig (auf Parodien, die so nah am Original sind, kriegt keiner ein Copyright) und falsch dazu. Beim Rollover sagte das Bild klar und deutlich „Klick mich!“, was zu dem Blog geführt hat, auf dem ich „Horst“ gefunden habe. Dort befindet sich sowohl ein Textlink zur Quelle als auch eine Erklärung des Konzepts, die auf der Quellseite völlig fehlt. Wohl voller Absicht, damit werden die Besucher auf die Hauptseite gelockt, wo der „Erfinder“ seine Arbeiten präsentiert, sprich: Eigenwerbung. Schön und gut, virales Eigenmarketing machen viele, nur befindet sich unter der Arbeiten ausgerechnet auch eine Designstudie für Schnaps im Tetrapack, wofür die Original-Flaschenetiketten verwendet wurden. Unten im Bild ist noch ein Disclaimer eingefügt, der aber keiner ist. Der Hinweis „Dies ist kein offizielles Produkt der Firma XY, nur eine Designstudie von YZ“ interessiert die Firmen kein Stück. Die freuen sich über die kostenlose Werbung und schicken im nächsten Moment kaltlächelnd ihre Anwälte los, weil so ein Prozess um unautorisierte Nutzung ihres Verpackungsdesigns inkl. Logo noch mehr Publicity bringt. Vielleicht ist es aber auch als Kunst getarnte Schleichwerbung nach dem Prinzip der Suppendose von Andy Warhol? „Hallo, lasst mich eure Logos verwenden, ist super PR, wir fahren gegenseitig Trittbrett!“ Eher nicht, weil dem Disclaimer der Hinweis auf das Firmen-Copyright fehlt, der stellt im Prinzip nur sicher, dass die Bilder auf ihrer Reise durchs Web ggf. zur Quelle zurückführen, der der Nicht-Urheber des Meta-Inhalts macht also Schleichwerbung für sich selbst. So, und jetzt wird es erst richtig drollig, ich habe „Horst“ nämlich in unserem Stadtmagazin als Internet-Tipp verbraten, wobei ich den Remixer scherzhaft als „Werbefuzzi“ bezeichnet habe, der Text selbst war zu 100% positiv und setzt noch eine neue Betrachtungsweise drauf. Da hiess er mich im übertragenen Sinne gleich einen BILD-Reporter, weil ich mich nicht vorher mit ihm abgesprochen habe. Also wenn ich jedesmal erst um Erlaubnis fragen müsste, ob ich ein Fundstück aus dem Web präsentieren darf (Screenshots sind frei, Produktfotos unterliegen nur eingeschränkt dem Urheberrecht, als Bildlink sowieso), müsste der Tag 72 Stunden haben. So läuft das auch nicht, Anfragen werden in der Regel ignoriert, wenn man nicht vom SPIEGEL etc. kommt. Also wer sich im Web präsentiert, muss auch ungefragte Berichterstattung abkönnen, Beschwerden sind nur bei stark irreführender oder rufschädigender Darstellung zulässig. Lag ich mit meiner Bezeichnung vielleicht gar nicht so falsch? Da tu ich dem Herrn gleich zwei Gefallen auf einmal und er scheisst mich wegen Dreck an, den er selbst am Stecken hat, zentnerweise. Eine zarte, missverstandene Künstlerseele? Ein Psychologe würde eher „Narziss mit Hang zur Kontrollmanie“ diagnostizieren. Ähnliches steht übrigens auch auf dem Krankenblatt von George Lucas… möge das Recycling mit dir sein… immer!

PS: Den (indirekten) Link zu „Horst“ habe ich jetzt natürlich entfernt, fürs Pöbeln gibt keine Klicks via Twix, eine Meme schon gar nicht. Ach ja, der Artikel in unserem Stadtmagazin fällt ohnehin flach, weil man der Rubrik 5 Tage nach Redaktionschluss noch 1/2 Seite Anzeige reingewürgt hat. Muss ich keinen Ersatz schreiben, ist auch was wert… ach ja, ich hab den Neidfaktor ganz vergessen. Mir ist ja auf Anhieb ein ganzer Sack Filmtitel eingefallen, bei denen „Horst“ ähnlich klingt wie der Originalbegriff und/oder Doppelsinn macht. Das geht bei mir schneller, als ein Hund mit dem Schwanz wedelt, Wortspiele und Verballhornungen sind meine Spezialität.

PPS: Ich hab die Kommentarfunktion bis auf weiteres eingeschränkt, weil auf anderen Kanälen nachgemault wird. ich hab aber weder zeit noch Lust, mich mit beleidigten Leberwürsten zu balgen. Mit den Worten der furchtbarsten Strassenmusikanten (Vater & Sohn, Akkordeon & Keyboard) aller Zeiten: „Schöne Musik aus Kroatien. Danke für ihr Verständnis.“

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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