Tata, tatu, die Post ist zu!

Steckt hinter dem spektakulären Postraub vielleicht nur ein unzufriedener Kunde? Quasi im selben Atemzug brachte der SPIEGEL hier einen Artikel über den schlechten Service in den Postfilialen. Was ein Wunder, die Schulung der Franchisenehmer ist eher ein Crash-Kurs, echte Kompetenz wird seitens des Gebers auch gar nicht gewährt. Bei Problemen bekommt man ein Kärtchen mit der Nummer der kostenpflichtigen Hotline in die Hand gedrückt, an deren Ende auch meist Kräfte sitzen, die erstmal im Handbuch blättern müssen. Bei der Vergabe der Lizenz zum Stempeln wird auch sonst nicht so genau hingesehen, Stichworte „Öffnungszeiten“ und „Parkplätze“. Da wollte man ja eigentlich weg vom kundenunfreundlichen Dienst nach Vorschrift im Behördentakt und hin zum full time Service. Mein nächster Postshop (nebst Schreibwaren etc.) versteht darunter folgendes:

Montag:   07:30-13:30 / 15:00-18:00
Dienstag:   07:30-13:30
Mittwoch:   07:30-13:30 / 15:00-18:00
Donnerstag:   07:30-13:30 / 15:00-18:00
Freitag:   07:30-18:00
Samstag:   07:30-12:30

1/2 Stunden Mittagsschläfchen, klingt irgendwie nach Ärmelschoner. Gut, der Laden wirft gerade genug für zwei Damen ab, durchgehender Schichtdienst mit einer reduzierten Personalstärke könnte da schwierig werden. Was aber nicht das Problem des Kunden ist. Besonders ärgerlich ist der Dienstag Nachmittag, an dem die Filialleiterin ihren Pflichten im Rathaus nachkommt. Dieser Nebenerwerb hat aber natürlich nichts mit der Vergabe der Lizenz zu tun, der damalige Mitbewerber macht jetzt eben in Hermes. Bei dem lässt sich auch besser bzw. sicherer parken, weil sein Schreibwarengeschäft an der etwas breiteren Hauptstrasse gelegen ist, Parkbuchten inklusive. Der Postshop hingegen befindet sich in einer engen, unübersichtlichen Dorfstrasse, die aber nicht weniger heftig befahren ist. Natürlich parken die Kunden die schmalen Bordsteine auf beiden Seiten gnadenlos zu, was regelmässig zu Staus und/oder riskanten Situationen führt. Als Fussgänger/Radfahrer muss man da mächtig auf Zack sein, um nicht Briefmarkenformat anzunehmen. Kurz: Der Mitbewerber wäre etwas weiter vom alten Ortskern entfernt gewesen, aber das hat in Sachen Lebensmittel auch keinen gestört, zum nächsten Discouter geht man schon meilenweit, die einzige Alternative befindet sich im Gewerbegebiet jwd. Der Post ist das ohnehin egal, Hauptsache, die Filiale macht Umsatz. Ach ja, es gibt in der Nähe auch eine dieser Packstationen. Wenn es mit der Probleme gibt, würde auch eine offizielle Postfiliale nichts nützen. Denn diese Automaten werden von der DHL betrieben und die gibt keinen Schlüssel dafür raus…

PS: Ein kleiner Fortschritt, für eine verpasste Sendung von Amazon musste ich nicht ins DHL-Zwischenlager jwd, die durfte ich diesmal im Postshop abholen. Warum die nicht im Briefkasten gelandet ist? Es handelte sich um eine DVD ohne FSK-Rating. Nee, eben nicht, selbst der allerkleinlichste Sittenwächter gäbe allerhöchstens das „Ab 16“-Brandzeichen. Ein FSK-Rating wurde vom Publisher einfach nicht beantragt, was dann den Verkauf an Jugendliche automatisch ausschliesst, die Lieferung muss eigenhändig unter Vorlage des Personalausweis in Empfang genommen werden. Dass der Inhalt eigentlich harmlos war, wissen die Postshoptanten natürlich nicht und denken sich ihren Teil… Danke, Bürokratie!

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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2 Antworten zu Tata, tatu, die Post ist zu!

  1. nextkabinett schreibt:

    Post & Bahn … ein deutsches Trauerspiel. Mein Ärger darüber hat noch eine ganz andere Qualität als über die ganzen Steuerbetrüger usw. … Mein Ärger ist höchstpersönlich und gepaart mit einem öffentlichen Gefühl der Scham.

    • twixraider schreibt:

      Also was die private und doch immer noch indirekt subventionierte Post & Bahn so alles an dummen Streichen auf dem Kuhholz haben, geht auf keine Kerbhaut, da brauchen wir Verstärkung beim Fremdschämen. Das wäre doch mal etwas, was man getrost nach China outsourcen könnte… 😀

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