Lasst Blumen brechen

Gute Nachrichten aus Fukushima, man hat ein Mittel gegen die Radioaktivität gefunden, nämlich Sonnenblumen. Kein Zufall oder reiner Symbolismus, das Maskottchen unserer ehemaligen Ökopartei ist sehr robust und Pflanzen ziehen mit Wasser und Nährstoffen tatsächlich Radioaktivität aus der Erde. Nur eben nicht wie ein Staubsauger, sondern hübsch langsam. Und sie neutralisieren sie auch nicht, nach dem Verrotten wird die Biomasse zum strahlenden Humus, der zum grössten Teil wieder zu Erde wird, ein kleiner Prozentsatz wird von Wind und Wasser verteilt. Also muss man die Sonnenblumen ernten und vernichten. Aber wie? Verbrennen? Bloss nicht, das gibt nur strahlenden Rauch und Asche. Es gibt chemische Verfahren, nur sind die teuer und nicht rückstandsfrei. Also was tun? Ab in den Salzstock? Wie gesagt, die Pflanzen nehmen nur einen kleinen Teil auf, das Verfahren muss über Jahrzehnte wiederholt werden. Damit die Sache Sinn macht, müsste möglichst dicht gepflanzt werden. Was das pro Jahr bei einem Radius von 30 Kilometer an Kubikmeter zu entsorgender Gartenabfälle ergibt, kann ich nicht ausrechnen. Aber eine Menge, soviel steht fest. Hübsch gedacht, aber wieder nicht zu Ende. Passend dazu ein Teaser aus Monsieur Taurins, der Ende des Jahres in unsere Kinos kommt:

Was noch halbwegs Sinn machen würde, wäre die Blumen in Form des Symbols für Radioaktivität zu pflanzen. Als Nazca-Kornkreis-Signal an die Aliens, hier besser nicht zu landen… also sowas, dafür werden 43.800 € ausgegeben, die sicher nicht den zehntausenden, immer noch obdachlosen Flüchtlingen zugute kommen. Ich versuche übrigens nach wie vor, für diese ein paar Yen mit dem Namazu-e-Shirt zusammenzukratzen, wofür ich noch SympaT-Shirtträger suche. Bitte ankucken und weitersagen, danke!

Update: Jetzt habe ich noch ein paar Details zur Operation „Sunflower“ gefunden, man will die geernteten Sonnenblumen inkl. Cäsium mit speziellen Bakterien auf 1% ihrer Masse kompostieren, dann hat man weniger radioaktiven Abfall unter den Teppich zu kehren. Hat man angeblich in Tschernobyl auch so gemacht. Nicht sonderlich erfolgreich, wenn ihr mich fragt, die Zone ist immer noch heiss. Abgesehen davon ist die Methode bei nichtorganischen Materialien vollkommen witzlos, bei Stahl und Beton kann man nur abwarten und Tee trinken… eine gefühlte Ewigkeit!

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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6 Antworten zu Lasst Blumen brechen

  1. kreadiv schreibt:

    Traurig ist das und hoffnungslos, auch wenn es Hoffnung machen soll.
    Hilft Sisyphos auch mit?

    • twixraider schreibt:

      …und Don Quijote! Apropos Windmühlen, gerade läuft auf phoenix die Ausprache der Grünen zum Atomausstieg. Mit der Menge an heisser Luft könnte man einen ganzen Windpark zur Weissglut bringen… natürlich werden die Realos siegen und dem faulen Ausstieg auf Raten zustimmen.

  2. Da gibt es wohl bald das Sonnenblumenöl nicht mehr von Becel sondern von Becquerel

  3. nextkabinett schreibt:

    Hier etwas gelungenes Deutsches bzw. deutsches Gelungenes wider das Vergessen …

    http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=25961

    PS.: Du bist aktuell gehandicaped? Was ist passiert?

    • twixraider schreibt:

      Naja, nett gemeint, aber in einem Konzert kann man nicht wohnen, die Opfer müssen auch nicht daran erinnert werden. Schlauer wäre, hier in Fussgängerzonen zu spielen und den Hut hinzuhalten, Japan stemmt den Wiederaufbau nicht alleine und die Tepcos drücken sich, wo sie nur können. Kreadiv hat meine Aktion übrigens schon als SympaT-Shirtträgerin unterstützt, siehe Avatar, ein Blogeintrag folgt:

      http://namazueshirt.wordpress.com/

      Mein Handicap war erst Rücken (am Monsterröhrenmonitor verhoben), dann eine kaputte Maus (Kabel von einem Untermieter angefressen), ist aber beides wieder gut, danke der Nachfrage…

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