Für den Fuss

Jetzt hat mich doch mal interessiert, wer diese Rasenhasen eigentlich sind. Abgesehen davon, dass das Ganze ein Riesenschwindel ist, denn bei der WM spielen sie gar nicht, sie gehören zur U20-Mannschaft, aber das spielt bei der Vorbildfunktion keine Rolle. Auf zur Stichprobe, nehmen wir die Erstbeste, Selina Wagner. Da fällt mir gleich mal das Logo unten links auf, „alpha prevent“ klingt jetzt nicht nach Webdesignstudio oder PR-Agentur. Das Rätsels Lösung folgt auf den Fuss in den „News“. Da gibt es nur zwei, „Playboy“ und „Partnerschaft“. Und was für eine, nämlich eine mit dem Hersteller eines intelligenten Produkts. Besser gesagt, intelligenter als seine Käufer. Wer in Physik aufgepasst hat, weiss, dass sich Magnetfelder zwar durch gegenpolige Magnetfelder neutralisieren lassen, aber nur durch gleich starke. Die Menge macht den Elektrosmog, Teufel mit Beelzebub blahblahbla… früher wurden solche Quacksalbereien von fahrenden Händlern auf Wochenmärkten feilgeboten. Technisches Foul, dafür gibt es schon mal ein Verwarnung. Steilpass zum „Profil“, wo es nichts über ihre Schul- und/oder Ausbildung zu erfahren gibt, dafür aber etwas über ihre Sport- und Modelkarriere. Kicken und Posen, mehr kann sie nicht? Komplette Reduzierung auf das rein Physische, dafür gibt es Gelb. Pass zur „Galerie“, was gibt es da? „Fotos Sport“, klar. „Fotos Playboy“, nicht ganz so klar. „Fotos Style“… sind soweit in Ordnung, nur was hat das Schmuddelbildchen da zu suchen? Schlammringen ist doch kein Style, sondern ein feuchter wie schmutziger Männertraum. Ganz böses, überflüssiges Foul, rote Karte! „Fotos Event“ sollten eher „Fotos PR“ heissen, vor einer Sponsorenkarre zu stehen ist nicht unbedingt meine Definition von Ereignis. „Videos“ kann man sich gleich sparen, Selbstbeweihräucherung plus Schleichwerbung. Endspurt zu „Produkte“, eine herbe Entäuschung. Keine Selina Wagner-Merchandise, nur wieder die teuren Placebos und Schleichwerbung für Kosmetik, Marketing-Mädchenkram. Und so eine gepiercte Koofmich-Tussi soll Vorbildfunktion haben? Leistungssport trifft Sex & the City? Stollenschuhe by Manolo Blahnik? Kick it like Victoria Beckham? Das soll die postfeministische Identität sein? Oder ganz einfach gefragt:

Was soll der Scheiss?

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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8 Antworten zu Für den Fuss

  1. Fredo schreibt:

    Wenn sich männliche Spieler für Poster in angesagten Jugendmagazinen á la Bravo ablichten lassen, dann ist das natürlich in Ordnung (ich könnte Ihnen jetzt eine ganze Reihe solcher schicken), aber wenn weibliche Sportlerinnen sich auf dieses Weise präsentieren, dann werden sie von Ihnen also auf dieses Weise vorgeführt. Sehr interessant. Würde gerne wissen, ob Sie im Spiel gegen eine Frau, die in dieser Liga spielt, eine Chance hätten – irgendetwas in mir bezweifelt dies nämlich. Machotalk, sonst nichts.
    Aber allgemein scheinen Sie auf diesem Blog ja eine Vorliebe dafür zu zeigen, alles und jeden in den Dreck zu ziehen und dies oft noch, indem sie Halbwahrheiten verbreiten. Eine kleine eigene Recherche zu dem von Ihnen hier ebenfalls erwähnten Alpha Prevent aus interesse, was genau dies sein soll, zeigt nämlich sehr gegenteilige (auch wissenschaftliche) Meinungen und Beweis auf, wie jene, von denen Sie hier sprechen. Nämlich dass sehr wohl eine nachweisbare positive Wirkung existiert und ihre „Gegenargumente“ schlichtweg falsch sind. Sie finden jene sicher auch selbst, wenn sie mal suchen und nicht nur jammern.
    Und bezüglich der „Schleichwerbungen“ und dem „Vermarkten“ von Produkten: Wiederum etwas, das auch die männlichen Ableger der Gattung Sportler immer wieder und gerne tun – nur hier scheint es wiederum auch völlig in Ordnung zu sein. Vielleicht sollten Sie sich mal selbst an der Nase packen und einen Psychologen aufsuchen, der ihren sichtlichen Frust auf alles und jeden etwas mindern kann. Sie würden sich selbst einen Gefallen tun.

    • twixraider schreibt:

      Ich versuche es mal in der Sprache, die sie wahrscheinlich vom WordPress Top-Blog „SOS Österreich“ gewohnt sind:
      „Die anderen machen es doch auch!“ ist keine Logik. Was gäbe das umgekehrt für ein Hallo, wenn sich „unsere Jungs“ so neckisch in der Cosmopolitan ablichten lassen würden:

      Ein angedeuteter flotter Dreier, da würde die schwerst homophobe Fussballnation aber sowas von Volkssturm laufen. Apropos, abgesehen von dem billigen Lesben-Touch erinnert mich nicht nur die Ästhetik dieses speziellen Fotos an Kraft durch Freude. Wahrscheinlich sollte das Ganze nach „Wunder von Bern“ aussehen, da ist man aber etwas über das Ziel hinausgeschossen, die extraknappen Fantasie-Leibchen könnten auch aus einem Turnbeutel vor 1945 stammen:
      http://www.vzhandel.de/arthtml/41000223.htm
      Aber das Geschlecht ist scheissegal, „sich für Kohle nackig machen“ ist keine Vorbildfunktion für die Jugend, mit der uns Führer Fussball immer als „hehres Ziel“ verkauft wird. Meine Heimatstadt kosten die „lesbischen Spielchen“ über 6 Millionen Steuergelder, die nicht wieder reinkommen, dafür sorgt schon die FIFA. Wofür „unsere Jungs“ so alles werben, ist auch grenzwertig. Müllermilch? Überteuerte Produkte aus genmanipulierten Rohstoffen, Ausbeutung von Mitarbeitern, zweifelhafte politische Ausrichtung. Nutella? Dick- & Krankmacher. Aber so einen unglaublichen Nepp wie Magnetpflaster hat kein Mann in seinen Werbereferenzen. Selbst wenn die mehr als einen Placebo-Effekt hätten, im Baumarkt kriege ich die selben Magneten für einen Bruchteil des Preises. Kurz gesagt, Frau Wagner & Co. haben sich nicht mit Ruhm bekleckert, sondern beteiligen sich tüchtig am Ausverkauf des sportlichen Gedankens. Fussball ist eine Dauerwerbesendung, die ich gerne abschalte.

      • Fredo schreibt:

        Wenn Geschlechter egal sind, dann sollten Sie sich aber auch dazu durchringen Frauen als solche anzusprechen und keine sexuell herablassenden Bemerkungen oder Bezeichnungen für sie zu verwenden. Und zudem nicht so schreiben, als ginge es hier nur um das weibliche Geschlecht, denn ihr voriger Beitrag wettert sehr wohl gegen Frauen im Fußballsport, auch wenn Sie es hier nun so darstellen wollen, als würden Sie sich auf beide Geschlechter gleichermaßen beziehen.
        Und nur um nochmal kurz auf sanfte Weise ihren Horizont zu erweitern: Magnetfeldausgleicher sind keine 08/15-Magneten, die Sie für mau im Baumarkt bekommen. Hier nachzulesen, worum es sich dabei wirklich handelt: http://www.bicotec.at/Technologie/technologie.html

        • twixraider schreibt:

          Bis zum WM-Erfolg gaben FIFA und DFB einen Scheiss auf den Frauenfussball, jetzt ist er eine Cash Cow, die nach allen Regeln des Marketings gemolken wird. Und wenn sich Spielerinnen auch noch nackig vor den Marketing-Karren spannen lassen, haben sie die Bezeichnung „Frauen“ nicht verdient. Apropos Marketing, auf Firmenseiten steht so manches, hier Quantenchinesisch. Und selbst wenn die Pflaster ähnliche Eigenschaften wie Supraleiter hätten (was einen Nobelpreis wert wäre), ein „probiotischer“ Effekt lässt sich daraus nicht ableiten. Der Glaube versetzt Berge, die vorher nicht da waren, das Ganze fällt für mich unter die Rubrik „Wissenschaft als Religionsersatz“. Und ihr missionarischer Eifer lässt mich langsam glauben, dass sie im Auftrag des Herstellers die frohe Botschaft verbreiten…

          • Martin schreibt:

            Frauenfußball als… „Cash Cow, die nach allen Regeln des Marketings gemolken wird.“ Hm, so kann man das auch sehen. Es gibt aber auch noch andere Betrachtungsweisen: Endlich bekommt der Frauenfußball – bisher trotz enormer Beliebtheit des Männerfußballs eine Randsportart! – auch einen größeren Anteil am Sponsoring-Kuchen. So seh ich das! Für den Sport ist es jedenfalls einmal wichtig, dass Geld fließt. Nur so wird der Amateur-Sport zum Profi-Sport! Ob dabei alle beworbenen Produkte wirklich so das Gelbe vom Ei sind? Ist das tatsächlich so wichtig? Ich bin der Meinung, dass die Konsumentinnen und Konsumenten (mittlerweile?) mündig genug sind, selber zu entscheiden. Wer glaubt denn noch alles, was er im Fernsehen sieht? Aber ganz ehrlich: Nutella schmeckt lecker, daran gibt es gar nichts zu rütteln! Ich halte mich gleichzeitig für mündig genug, meinen Nutella-Verzehr so zu dosieren, dass ich meiner Gesundheit damit nicht schade. Für andere Produkte können die Sportlerinnen meines Erachtens ruhigen Gewissens Werbung machen. Das AlphaPrevent halt ich sogar für eine richtig interessante Innovation. Der Schlafforscher Prof. Walzl hat das in seinem Schlaflabor in Graz ausgetestet. Auch da können mündige Konsumentinnen und Konsumenten selbst im Internet recherchieren und sich ein Urteil darüber bilden. Nur weil das ein Sportler oder eine Sportlerin am Kragen stehen hat, kauft das ja noch keiner!

            Und nun zur Kernfrage: Ist die Playboy-Aktion der weiblichen Fußball-Elf durchwegs negativ zu bewerten? Sind die Sportlerinnen da nicht zu weit gegangen? Stichwort: Vorbildwirkung. Die Frage ist tatsächlich nicht leicht zu beantworten: Ich geb zu, dein Argument hat auch was für sich: „Wer sich für Geld auszieht…“ Andererseits gehört schon auch viel Selbstvertrauen dazu, sich eben nicht um die „öffentliche Meinung“ und irgendeine antiquierte Pseudo-Moral zu scheren. Einfach das zu tun, was man/frau selbst für richtig hält. Auch wenn die Beweggründe für die Playboy-Aktion finanzielle waren… Mal ganz ehrlich: Machen wir nicht alle irgendwas für Geld? Zum Beispiel arbeiten gehen…!

  2. twixraider schreibt:

    Ich höre schon wieder einen Marketing-Akkzent… Profi-Sport ist Anti-Sport, der Fussball korrupt von Kopf bis Fuss, geniesst aber grössere Narrenfreiheit als die Kirche. War die WM früher wenigstens noch ein warmer Regen für alle, kriegen die Gastgeber heute nur noch Peanuts. Und zwar ranzige, Südafrika hat Schulden in Milliardenhöhe. Den Kataris ist das egal, die haben ihre Wüsten-WM einfach gegen Vorkasse gekauft. Meine Heimat kostet das Hühnerkicken schlappe 6,4 Millionen Euro aus einem eh schon blanken Stadtsäckel. Den Reibach macht die FIFA und ihre Handlanger. Das „wir“ Austragungsort sind, interessiert nach der WM keine Sau mehr. Das generiert keine Arbeitsplätze, keinen Tourismus, nichts. Dass „unser“ Club (in dem kein Einziger Einheimischer spielt) jetzt in der 1.Liga ist, zieht auch nur Geld AUS der Stadt. Fussball ist ein ebenso sinnloses wie überteuertes Prestigeobjekt. Weg damit!
    Hat Dr. Walzl diese Wundermagneten über mindestens 6 Monate an mindestens 2000 Probanden in Blindstudien getestet? Alles andere wäre nämlich weder represäntativ noch seriös, ein Gefälligkeitsgutachten. Der angeführte Quanteneffekt ist ein Butterfly-Effekt, der wird spätestens ab der molekularen Ebene irrelevant. Kurz: Wenn diese „Technologie“ so wirkungsvoll wäre, hätte sie die NASA schon längst als Abschirmung gegen kosmische Strahlung verwendet.
    Sportler werden immer als Vorbilder angeführt, corpore sano, der mens sana ist nicht so wichtig. Deswegen werden sie auch als Sympathieträger für bevorzugt für essbare Genussmittel (Nutella ist keine Nahrung) eingesetzt. Und nicht die Couchkartoffel Ottfried Fischer, der darf nur Werbung für Möbel machen, dem kauft man eine gesunde Ernährung einfach nicht ab.
    Die Kernfrage: Es gehört Stolz + Ehrgefühl = Integrität dazu, dem Playboy zu sagen: „Das bin ich nicht, das brauch ich nicht, das mach ich nicht, geht scheissen, meilenweit!“. Warum hat man wohl das U20-Team gewählt? Weil diese Beinahe-Teenies nicht nur knackiger sind, sondern auch naiver, die alten Hasen (= >20) hätten abgewunken. Diese Fotostrecke hat die Gleichberechtigung wieder in das Jahr 1955 zurückgebombt, als der DFB den Frauenfussball verfassungwidrigerweise verboten hat. Und wer Augen im Kopf hat, bemerkt sofort den Retro-Look der Fotos, ein Anachronismus aus BDM und 50er-Pin-Ups, ganz zu schweigen von dem Schulmädchen-Pseudo-Lesben-Touch. Dumm & stumm & allzeitbeinebreit, e-kel-haft! Zu guter Letzt noch die Meinung einer Dame, die es wissen muss:

    http://www.gmx.net/themen/sport/frauenwm/deutsches-team/467sfhe-kein-verstaendnis-fuer-playboy

    • Fredo schreibt:

      Oh, hier tut sich ja doch noch was…
      Die Hinweis-Mail nach Ihrer letzten Antwort hatte ich wohl übersehen.
      Mir ging es in beiden Fällen – Frauenfußball und dieser Kunststoff – vorwiegend darum, Sie dazu zu bringen, nicht einfach mit Fakten und Halbwahrheiten um sich zu werfen, sondern wenn, dann ausführlich und mit allen Faktoren zu berichten – ansonsten muss jegliche Ihrer Aussagen nämlich als nichts anderes als unfundierte Hinhackerei betrachtet werden. Dass Sie hier nun Fragen stellen, die grundlegend für Ihre Argumentation waren, spricht nur dafür.
      Ich stimme Martin übrigens in der Sponsorsache bei und ich verstehe auch immer noch nicht, warum Frauen, nur weil sie sich in erotischen Posen (nicht etwa billig) zeigen, nicht mehr als Frauen bezeichnet werden sollten. Wenn Männer sich markierend trotz Nichtberührung hinwerfen, um ein Elf-Meter zu erzielen, ist das in meinen Augen sehr viel erniedrigender, aber dies ist gängliche Praxis im Fußball.

      • twixraider schreibt:

        Was für Halbwahrheiten? Frauenfussball wird mit Sex verkauft und alle machen mit. Diskriminierend, armselig und nicht nachhaltig, nach der WM wird das Hühnerkicken ganz schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden:
        http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,769472,00.html
        Zum Thema „AlphaPrevent“ lasse ich Google sprechen, die meisten Hits führen zu kopf- bzw. faustschüttelnden Wissenschaftlern, die den Hausexperten von BioTec am liebsten Teeren & Federn (die klassische Strafe für Schwindler) würden. Der Rest ist virales Marketing aus der Eso-Ecke. Ein probiotischer Joghurt ist immer noch ein Joghurt, Plastikmagnetpflaster taugen höchstens für wackelnde Tische. Und wenn ein Produkt nutzlos ist, rechtfertigen auch keine „Entwicklungskosten“ den Preis, der hier einfach nur unverschämt ist.
        Ich habe einen gewissen Respekt vor „Erotik“-Profis, das ist nämlich alles andere als easy money. Die Playboy-Fotostrecke ist billigste Effekthascherei mit Personen, die das nicht nötig hätten, no respect for cheap tricks. Warum haben sich die „Damen“ nicht für die PETA ausgezogen, wie es schon andere Sportler/innen getan haben? Da heiligt der Zweck wenigstens noch halbwegs die Mittel.
        Zum Fussball gehört (leider) auch ein gerüttelt Maß an Schauspielerei, aber keine Nacktszenen. Wozu auch, damit lassen sich keine Torchancen erspielen. Ein guter Regiesseur zeigt auch keine Haut, wenn es die Story nicht vorantreibt.

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