Coito ergo sum

In einer Zeit, in der das Versichern noch geholfen hat, wurde so dafür geworben:

Hinter der piefigen Fassade wurden auch schon bunte Abende für verdiente Vertreter veranstaltet, allerdings relativ bescheidene. Ein Herrengedeck in einem Nachtklub, mehr gab das Sonderspesenkonto nicht her. Trinkgelder für die exotischen Tänzerinnen waren vielleicht noch inklusive, Extras mussten in der Regel selbst berappt werden. Mit der Zeit ging der Anstand immer mehr flöten und die HM im ERGO-Konzern auf, der schon weiss, warum er lieber mit Kunden (hier von der Sexnudel Inez Bjørg David dargestellt) als mit seinen Vertretern wirbt, ein Appell an die eigene Geschäftsmoral ist ja kein Versprechen:

Der Name ERGO suggeriert schon Konsquenz, hier versanden die Beiträge nicht in einer unglaublich ineffektiven Bürokratie, hier steht man nicht unter Generalverdacht, hier lässt die Rechtsabteilung den Kunden nicht aus Prinzip am ausgestreckten Arm verhungern. Möchte man glauben, genau wie, dass der Konzern wirklich empört darüber ist, was die Chefetage vor der Übernahme getrieben hat. Humbug-Mülleimer, die grauen Herren der Finanzwelt gönnen sich auf Kosten der Kunden jeglichen Luxus. Mein sauberer Herr Bruder (Hypo Bank = Uni Credit = Berlusconi-Dunstkreis) hat mir stolz wie Bolle ein Handyfoto des Firmenjets gezeigt, mit dem er regelmässig zu Meetings düst. Das spart Zeit (was Videokonferenzen auch tun), die aber wieder mit vollen Händen ausgegeben wird. Man logiert und tafelt kaiserlich und man spielt Golf, von anderen Vergnügungen ganz zu schweigen. Alles von unverschämten Gebühren und Zinsen. Der Wortlaut der obigen Anzeige sollte wohl eher so lauten:

„Ich möchte von Menschen versichert werden. Nicht von Freiern.“

Wir brauchen 83.000 Euro für das nächste Meeting. Wir freuen uns auf Ihre.

EGO

Versichern heisst verprassen


Zum Abschluss noch ein kleiner Blick in eine Chefetage:


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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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2 Antworten zu Coito ergo sum

  1. kreadiv schreibt:

    Ich machte mal Vertretung für die Vorstandssekretärin. Da rief ihr Chef, Prof. Dr. soundso, am Vormittag an und wollte vom Fahrer abgeholt werden. Er nannte mir die Adresse, er war in einem Nachtclub.
    Kurz darauf wurde er in den Zentralvorstand der Siemens AG berufen.

    Die wenigsten Sauereien sind doch bislang publik. Das ist nur e i n einziger Fall der ERGO, der an die Öffentlichkeit gelangt ist.

    Und der VW-Skandal: http://www.welt.de/wirtschaft/article4537195/Ex-Betriebsrat-wehrt-sich-gegen-Lustreisen-Urteil.html

    • twixraider schreibt:

      Aus der Grundidee aller Versicherungen, das Risko des Einzelnen auf den Schultern der Gesellschaft zu verteilen, ist eine Räuberleiter geworden, welche die bessere Geseillschaft zum Fensterln benutzt, während sie den Beitragszahlern auf den Kopf scheisst. Wenn die grauen Herren unbedingt Nutten für ihr Ego brauchen, bitte. Aber nicht auf Spesen, wenn sie schon 1000 & 1 Bonus für nichts einstreichen. Der Gipfel ist das dreiste Gehabe vor der Justiz, für ein Geständnis soll es automatisch Freispruch geben. Das wäre ungefähr so, als wenn ich bei Rot an der Ampel geblitzt werde, das Foto ist leicht unscharf, aber ich habe kein Alibi, das Urteil ist nur eine Frage der Zeit. Da kann ich gestehen, was ich will, mein Knöllchen und meine Punkte kriege ich trotzdem. Mildernde Umstände sind was anderes… Saubande!

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