No Comment!

Manche Leute haben die Funktion des Internets irgendwie nicht verstanden, nämlich Interaktion, Gedankenaustausch… welchen Sinn hat ein Blog, wenn man die Artikel nicht kommentieren kann? Ich habe Augsburg 2011 (die Jahreszahl wird wie bei „akte“ immer aktualisiert) abonniert, weil es da um das Beförderungsmittel meiner Wahl geht, das Rad. Der Autor ist kein purer Bike-Nerd, sondern behandelt auch die Tücken, welchen man in der Stadt begegnet, z.B. zugeparkte bzw. nicht vorhandene Radwege etc.. Er ist auch kein pathologischer Querulant, unsere Homebase hat beim letzten offiziellen 2radkompatibilitätstest mit einer lausigen 3,9 abgeschnitten. Was meiner Meinung nach noch geschmeichelt war, viel hat sich seitdem auch nicht verändert, jedenfalls nicht zum Guten. Kurz, in diesem Blog gibt es für Trolle nichts zu holen, Diskussionen wären eher sachlicher Natur. Aber na gut, lesen wir eben. Jetzt waren die letzten Artikel doch reichlich nerdig, bis auf den heutigen, da geht es um das Thema Fahrraddiebstahl, Titel „Fahrrad weg – und jetzt?„. Doch statt praktischer Tipps für Betroffene (mir sind schon 2 weggekommen) oder einem politischen Statement (die Polizei rührt bei solchen „Kavaliersdelikten“ keinen Finger, da nützt auch eine extra Registierungsnummer im Rahmen nix) nur eine Befindlichkeitsbeschreibung, subjektiv hoch2. Dazu hätte ich gerne folgendes gesagt: Lieber Autor, ich kann mir keine Diebstahlsversicherung leisten, mit der man eh nur Ärger hat. Ich könnte mir auch kein neues Rad leisten, jedenfalls nicht das von dir beschriebene. Von dem hochwertigen Schloss ganz zu schweigen, welches ein routinierter Dieb trotzdem knackt. Lebbe ging weider, aber eben zu Fuss. Das Rad hat sich vom einfachen Beförderungswerkzeug zum Sportgerät bzw. Prestigeobjekt entwickelt, das hat die Preise verdorben. Für einen simplen Reifen zahle ich schon an die 35 € und die Mechanik ist inzwischen so High-Tech, dass Minderbegabte wie ich oft eine Werkstatt in Anspruch nehmen müssen, was ebenfalls ein Heidengeld kostet. Weil Räder so ein teurer Spass sind, haben die Diebstähle so überhand genommen, das richtet sich immer nach dem Wert der Beute. Fahrzeug des kleinen Mannes war einmal, für den ist ein Diebstahl ein Drama, das sich mit Schulterklopfen nicht mindern lässt, siehe Vittorio de Sicas „Fahrraddiebe„. So schaut’s aus… wie schaut’s bei dir aus? Bist zu vielleicht nur zu bequem, um Kommentare zu moderieren? Das wäre dann wie wenn man nur bei Kaiserwetter mit dem Rad zur Arbeit fährt, dann kann man es auch gleich bleiben lassen. Selbiges gilt, wenn man aus Prinzip nur die eigene Meinung gelten lässt. „No Comment!“ braucht jedenfalls kein Mensch, das ist mentale Masturbation am geschlossenen Fenster, Exhibitionismus, Posing. Kannst du nicht nachvollziehen? Dann fahr doch mal Tandem, aber hinten…

Advertisements

Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
Dieser Beitrag wurde unter Epic Fail, Interaktiv, Wahn & Wirklichkeit abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu No Comment!

  1. nextkabinett schreibt:

    Schöner Artikel!

    Das muss für heute reichen. Kopfweh!

  2. mayarosa schreibt:

    Lieber Twix, vielleicht ist der Grund ja ein ganz banaler, weshalb das Kommentieren dort nicht geht. Warum schreibst du dem Herrn nicht einfache eine Mail und fragst nach? Die steht ja im Impressum. Einen Kommentarfeed gibt es übrigens zu dem Blog? Vielleicht stimmt mit WordPress was nicht und der hat das noch gar nicht gemerkt? Oder er hat wenig Erfahrung und nur das Urteil gegen Niggemeier im Kopf? Oder …?
    Nicht aufregen. Bringt nix. LG mayarosa

    • twixraider schreibt:

      Möglich, aber unwahrscheinlich. Ich habe nicht das ganze Archiv kontrolliert, aber Stichproben haben keine Kommentare ergeben. Die sind bei wordpress standardmässig erlaubt und müssen manuell deaktiviert werden, einzeln oder global. Der Hinweis „Die Artikel sind nicht kommentierbar“ in der Sidebar wurde entweder manuell als Textfeld eingegeben oder wird automatisch vom Widget „Letzten Kommentar anzeigen“ erzeugt, wenn Kommentare deaktiviert sind. Das hätte ihm in den 2 1/2 Jahren auffallen müssen und irgendwann kriegt jeder einen Kommentar, und wenn es nur Spam ist. Und jetzt kommt der Knüller: Der Kommentarfeed führt zu… naaa? Richtig, nur den Pingbacks zu seinen eigenen Artikeln. Was schliessen wir daraus, Watson? So oder so, der Gute hat ein Problem mit der Wahrnehmung. Und als Feinschmecker des Wahnsinns weiss ich, das es viele Arten von Selbstgesprächen gibt. Die der schmuddeligen alten Männer, die an Bushaltestellen wirres Zeug murmeln und manchmal auch schreien, sind harmlos. Auch die der Missionare, die auf Obstkisten in den Fussgängerzonen stehen und radikale Predigen halten, machen mir keine Bauchschmerzen. Narzissten-Blogs hingegen schon, auch wenn der Inhalt nicht wirklich kontrovers ist. Wer Applaus will – und wer will das nicht? – muss auch Buhrufe schlucken und verdauen. Nur aus dem Diskurs lernt man, seine Meinung dogmatisch verbreiten bringt gar nichts. Andere Meinungen? Immer raus damit, ich habe keine Angst davor, meinen Standpunkt zu korrigieren…

  3. Eugenia schreibt:

    Hey Twix,
    ich find’s echt klasse dass du dich so gerne mit Fahrrad-Blogs beschäftigtst. Schade ist aber, dass du dich über den Autor von Augsburg 2011 auf deinem Blog „auslässt“ ohne ihn vorher mal anzuschreiben was seine Beweggründe für die gesperrten Kommentare sind.

    Noch ein Paar Kleinigkeiten die mir an deinem Artikel aufgefallen sind:

    > Ne Fahrraddiebstahlversicherung kostet im Paket mit ner Hausratversicherung nur ca. 50€ im Jahr. Wenn dir des zu viel ist, musst du wohl weiterhin deinen gestohlenen Rädern hinterher trauern. Und die zahlen ohne einmal Nachzufragen…ich sprech da aus Erfahrung.
    > Ein „simpler Reifen“ kostet ca. 10€ und hält ewig…ich weiß ja nicht wo du deine Teile kaufst?
    > Was die Hightech Teile und die teuren Werkstätten angeht, es soll in Augsburg bald eine sogenannte „Bikekitchen“ geben. Da können Radler wie du, die keine Ahnung vom Reparieren haben, unter Fachmännischer Anleitung und gestelltem Werkzeug ihr eigenes Rad wieder in Ordnung bringen und sogar gebrauchte Ersatzteile gegen eine kleine Spende bekommen. Solltest du eig. auch auf Augsburg 2011 gelesen haben: Bikekitchen Augsburg

    Ich würd dich echt gern mal auf dem Rad durch Augsburg fahren sehen…dann könnt ich mir ein Bild von Jemanden machen, der solche Artikel verfasst.

    viel Spaß weiterhin beim bloggen Mr. Twix

    • twixraider schreibt:

      Es gibt zentnerweise Blogs ohne Möglichkeit für Senf dazu, aber die sind meist (ge)werblicher Natur und damit keine echten Blogs. Private Blogs ohne Kommentar gehen mal gar nicht, für Read-only gibt es das analoge Medium „Buch“. Ein Blog ist wie eine kleine Zeitung, da muss man auch Leserbriefe abdrucken und am besten auch beantworten.
      Mehr als Haftplicht ist bei mir nicht drin, die Hausratzusatzversicherung zahlt auch nicht anstandslos. Beide Räder wurden mitten in der Stadt gemopst, da wird gerne ein Restrisiko angeführt oder man hatte das falsche Schloss und und und… seit Versicherungsbetrug mit dem Statussymbol Rad zum Volkssport geworden ist, sind die Sachbearbeiter noch misstrauischer und lassen einen am ausgestreckten Arm verhungern, bis man sich vom Porto für den ewigen Briefwechsel locker ein neues Rad kaufen könnte.
      Ich wohne etwas ausserhalb und bin dort auf eine nicht ganz billige Werkstatt angewiesen. Und ein preiswerter Mantel ist bei mir eh ratzfatz durch, da ich alles mit dem Rad bewältige, die Wege haben verschleissintensive Untergründe, von den ständigen Glasscherben mal ganz abgesehen. Und was ich in der Stadt an ordentlichen Bremsschuhen (6,40 €) verheize, geht auf keine Kuhhaut.
      DURCH Augsburg fahre ich mit meinem schrottgelben Billig-MTB nach Möglichkeit gar nicht, weil es absolut lebensgefährlich ist. Z.B. der Radweg in der Fuggerstrasse ist nicht umsonst blutrot, weil mit Todesfallen gespickt… nein danke!

  4. a2011 schreibt:

    Hallo TwixRaider,

    die Lösung ist ganz einfach: ich sitze selten am Rechner, bin viel unterwegs, vor allem mit dem Fahrrad. Die meisten Beiträge laufen täglich automatisch rein. Ich hasse Blogger, die Kommentare erst nach Stunden oder Tagen manuell freischalten. Eine automatische Veröffentlichung will ich aber nicht, weil ich sie eben nicht moderieren kann. Deshalb eben gar nicht. Den Kommentarreader kann ich nicht abschalten. Das ist WordPress for free, nicht alles ist konfigurierbar. Große spannende Diskussionen hätte ich eh nicht im Blog erwartet. Aber ich versteh dich, weil man heutzutage gewohnt ist, überall seinen Senf abgeben zu können. Die wichtigen Dinge kommen aber per E-Mail rein.

    Zum Fahrradklau: es gibt da schon so Do’s and Dont’s. Aber ne Liste ist langweilig. Und man ist schnell beim schlaumeiern. Aber einen Versuch mach ich: schließ dein Rad immer an, auch wenn Du nur kurz in die Post gehst. Nimm ein gutes Schloss, und da gibt es nur 3 zur Auswahl, lies dazu Stiftung Warentest. Binde es immer an einen Pfosten, mit dem Rahmen, auch wenn du erst eine geeignete Stelle suchen musst. Vermeide es, das Rad nachts irgendwo stehen zu lassen. Auch wenn du extra nochmal losmusst, um es zu holen. Lasse es, außer zuhause, nicht länger irgendwo unbewegt rumstehen. Eigentlich banal, aber anstrengend und das muss man konsequent betreiben. Und das Rad kann trotzdem weg sein. Nimm ein älteres, günstiges Rad, dann ist der materielle Verlust nicht so hoch. Und es hat noch andere Vorteile, s.u.

    Zu den Preisen: hast du wirklich kein Fahrrad mehr? Du brauchst weniger als 100 Euro für ein absolut alltagstaugliches Fahrrad. Geh zu „Kette und Kurbel“. Bist du Mann oder Frau? Damenräder sind günstiger. Nimm ein 10 bis 20 Jahre altes Rad, die Technik ist einfacher. 35 Euro für einen Reifen? Muss nicht sein. Frag einen Fahrradhändler nach alten Reifen, die sind oft noch brauchbar und die schenkt er Dir. Oder bestell z.b. bei chainreactioncycles, die haben oft Schnäppchen, alles versandkostenfrei. Günstige Reparaturen? Caritas in der Hofrat-Röhrer-Straße, halboffiziell, auf Nachfrage. Ersatzteile zahlen, Arbeitsleistung gegen Spende. Oder ab 6. Mai in der Bikekitchen, selbst reparieren, aber mit Hilfe durch andere. Ist nicht so kompliziert bei der Fahrradtechnik der etwas älteren Dinger.

    Also ich glaube Du hattest einen schlechten Tag und Dir zu viele Gedanken gemacht. Ist doch nur ein Blog. Fahrradfahren macht NOCH mehr Spaß, wenn man Leute kennt, die das auch so gerne tun. Komm doch Ende April mal zur Critical Mass oder im Mai zur Bikekitchen. Oder fahr auf meinem Tandem mit. Hinten oder vorne. Dann können wir uns die Meinung sagen.

    • twixraider schreibt:

      Man muss nur jemanden des Wahnsinns bezichtigen, schon kommt er aus dem Schneckenhaus. Freispruch, sinniger wären Kommentare trotzdem. Bei mir sind nur Ersttäter genehmigungspflichtig, Askimet kann nicht jede Spam rausfischen. Ein Stammleser wird mysteriöserweise nicht automatisch freigeschaltet, aber das ist auch nicht weiter tragisch. Ge- & beantwortet wird nach Lust und Zeit, das Publikum soll sich ja auch untereinander austauschen. In der Regel vertragen sie sich auch, eingegriffen wird nur bei groben Fouls. Kritik finde ich sogar interessanter als Lob, irgendwann schalte ich auch noch die Likes ab, diese Klickküsschen sind komplett gaga. Lieber Senf, die stumpfen Trolle sind eh zu faul für Textterror. So, nachdem das geklärt wäre, kommt Augsburg 2011 in meinen Blogroll.

      Ich hab noch ein Rad, ein selbstzerlegendes MTB, welches mit einem zentnerschweren Torkettenschloss von Norma gesichert wird. Das hat eher einen psychologischen Effekt, aber es wirkt. Gelegenheit macht Diebe, so schrottig kann ein Rad gar nicht sein. Das nervt am meisten, das Radlerleben besteht gefühlt zu 50% aus Ab- & Aufsperren. Ich muss mal die täglichen Schliessvorgänge messen und ihr tatsächliches Verhältnis zum Zeitaufwand für die eigentlichen Erledigungen ausrechnen:

      http://de.wikibooks.org/wiki/Mensch_in_Zahlen#.E2.80.A6_und_womit_die_Zeit_verbracht_wird

      Wie gesagt, auswärts haben mechanisch Minderbegabte schlechte Karten, da muss man die Preise des Monopolisten zahlen. In der Stadt bin ich praktisch nur zum Arbeiten, rein & raus.

      EINEN schlechten Tag? Ca. 365 x im Jahr wünsche ich der Welt EINEN Hals zum dran Aufhängen. Und schlecht ist relativ, immerhin habe ich neue, mehr oder weniger Gleichgesinnte kennengelernt… Bloggen als Speeddating, mal was ganz Anderes.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s