„Hallo! Hier spricht Twix Raider!“

Ich habe mich erblödet, an einem lokalen Dichterwettstreit teilzunehmen. Erblödet deshalb, weil es (Geiz, dein Name ist Schwabe!) keinen Blumentopf zu gewinnen gab. Eigentlich sogar ersaublödet, weil die unprämierten Zeilen auch nur eine Woche dem Ohr des wenig geneigten Publikums zugänglich sind, die bisherigen Ansagen haben viele der Fahrgäste teils irritiert (Touristen und andere Nicht-Muttersprachler), teils genervt (Vielfahrer). Andererseits ist genau das meine Bestimmung, mein Lebenszweck. Und siehe, mein geistiges Ejakulat war „gut“ genug, um es in die Top 9 zu schaffen. Oder mit den weisen Worten von Polizeipräsident Heribert Pilch: „Triumph, Triumph, Trimph!“

Jetzt möge sich der geneigte Leser das Feedback zur Gemüte führen. Ich wiederhole, zu gewinnen gab es nichts, auch keinen Verbandskasten. Dafür wurden wir Nichtgewinner mit vollem Namen genannt. In den Kommentaren wurde das Worst-Case-Scenario schon an die Wand gemalt, alternativ greifen die entnervten Fahrgäste zu Fackeln und Heugabeln. Ach ja, ratet doch mal, welche klare Ansage von mir stammt. Eingereicht habe ich übrigens glorreiche 7, die allerdings ohne Fachkenntnisse über Lokalkolorit und -politik noch unlustiger sind als unser „Humor“ eh schon ist. Traurig, aber wahr, man muss schon hier oder in Holland geboren sein, um unserem gnadenlosen Dialekt-Kalauer-Stumpfsinn eine komische Seite abzugewinnen…

Nächste Haltestelle: „Brunnthal“
1. Ui, da schaugg, ’s Oishokäy Schtadion!
2. Da siggsch mehr Ois wenn mit’m Ofarohr ins Gebirg schauggsch…
3. Oddr inda Kialschrangg!

Nächste Haltestelle: „Theodor Heuss-Platz“
1. Wia hoissd der?
2. Hoiss!
1. Naa, wie der hoissd will i wissa.
3. Du Kipf, Theodor hoissd der…
2. Hoi, i hädd dachd, der hoissd Hoiss.

Nächste Haltestelle: „Kopernikusstraße“
1. Also wenn am Mädle oin aufdruggsch…
2. …dass se mehr Schternle siggd…
3. …des isch a Kopernikuss!

Nächste Haltestelle: „Barfüßerstraße“
1. Da ziagds da doch ‚d Schua aus!
2. Bloss uns it!
3. Weil mir Schnegga ohend!

Nächste Haltestelle: „Beim dürren Ast“
1. Obachd, obachd, obachd!
2. Musch brecha?
3. I hend d’r doch gsaggd, Holz isch a blede Diät!

Nächste Haltestelle: „Textilmuseum“
1. Da stoig aus und geh noi, die warted scho auf so an alde Lumpa wie di!
2. Geh doch selber noi, du Waschlabbe!
3. Ezzd gebds a mol a Rua, ihr zwoi Hemadlenz!

 

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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4 Antworten zu „Hallo! Hier spricht Twix Raider!“

  1. Der durchschnittliche Gladbecker ist des festen Glaubens, ausserhalb der Stadttore beginne das feindliche Ausland und Wildnisse voller gefährlicher Eingeborener mit unverständlicher Sprache und seltsamstem Gebaren. Seine Weltkarte besteht aus Gladbeck, Bielefeld und viel weißer terra inqognita. Nun aber kann er ein kleines Fleckchen einfärben und warnend beschriften: Hier hausent Ungeheuer.

  2. kreadiv schreibt:

    Die urbane A-Sprache besticht geradezu durch ihre filigrane Leichtigkeit, woisch!? 😉

    Wie habe ich mir denn den durchschnittlichen A-Burger vorzustellen?

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