Der Apfel fault nicht weit vom Stamm

Ich hab es nicht so mit dem Kaufmännischen, aber unterm Strich bleibt simple Mathematik. In der Wirtschaft muss man mit dem Schlimmsten rechnen, in dreifacher Ausfertigung. Bin ich naiv, von Anwaltssöhnen Rechtsempfinden oder wenigstens Unrechtsbewusstsein zu erwarten? Anscheinend, denn die wilde 3 demontiert munter das Prinzip der Nachhaltigkeit. Potemkinsche Cyberdörfer werden aus dem Boden gestampft, verkauft und unter dem Arsch der Besitzer wieder abgerissen. Sie machen sich die Welt, wiedewiedewie sie ihnen gefällt. Spekulieren ist eine Sache, aber mit Glück hat deren Spiel an der Börse nichts mehr zu tun. Und wenn sogar das Manager-Magazin das kalte Grausen packt, ist etwas faul im Staate Internet. Das ist in etwa so, als wenn ein fliegender Obst- & Gemüsehändler Apfel minderer Qualität auf Hochglanz poliert, aber zurückhält, um über Verknappung den Preis zu treiben. Kurz vor dem Verfaulen verkauft er und der Kunde kriegt Bauchschmerzen. Der Obstbauer auch, denn um seine Sorte wird man in Zukunft einen Bogen machen. Der Händler fliegt weiter und sucht sich neue Lieferanten und Kunden, die er über den Tisch ziehen kann. Ja hallo? Selbst die kleine Raupe Nimmersatt hört irgendwann auf und verwandelt sich in einen schönen Schmetterling, dieser Menschenschlag hingegen kriegt den Hals wirklich nie voll und bleibt was er ist: Ein aufgedunsener Schädling, der sein ganzes Leben nur frisst und scheisst. Der einzige Trost: Diese Raupen sind Kannibalen. Und es gibt immer eine noch grössere Raupe… hiermit bestelle ich beim Fürst der Finsternis einen 8.Kreis der Hölle, extra für diese Kaputt-Kapitalisten. Die müssen auf ewig alles Geld zählen, das sie jemals erwirtschaftet und vernichtet haben. In 1 Cent-Münzen und von Hand, versteht sich. Und wenn sie mit blutigen Fingern das letzte Türmchen errichtet haben, kommt eines dieser Ekelbälger, das sie selbst einmal waren, und schmeisst alles um… nochmal, nochmal!

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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6 Antworten zu Der Apfel fault nicht weit vom Stamm

  1. nextkabinett schreibt:

    Boh, mir klingeln die Ohren. Tausend Dank für die Aufklärung dieses Kabinettstücks. Unfassbar. Ja, wenn schon das Manager-Magazin einen solch deutlichen Verriss schreibt, dann platzt demnächst wohl die Blase 2.0. Letztlich habe ich irgendwo genau diese Prognose im Vorüberlesen wahrgenommen.
    Und da regen wir uns noch über Maschmeyer auf. Wie Du es sagst, alle auf ewig wie Sysyphus „alles Geld zählen, das sie jemals erwirtschaftet und vernichtet haben. In 1 Cent-Münzen und von Hand, versteht sich. Und wenn sie mit blutigen Fingern das letzte Türmchen errichtet haben, kommt eines dieser Ekelbälger, das sie selbst einmal waren, und schmeisst alles um… nochmal, nochmal!“

    Zufällig habe ich vor einigen Tagen gerade noch rechtzeitig die Ausstellung Steueroasen mitten unter uns/i> sehen können. Sehr aufschlussreich, dieses ganze Offshore-Prinzip einmal in konzentrierter Form dargestellt zu bekommen.

    Steueroasen mitten unter uns

    Über die ganz legale Steuerflucht

    Über die ganz legale Steuerflucht

    attac, Themenseite Steuern

    Und um solche Geschäftsmodelle geht es dabei, und obige teuflischen 3 werden auch reichlich Gebrauch von Offshore-Möglichkeiten machen:

    Offshore Steueroasen – Diskrete Offshore Firmengründungen.

  2. nextkabinett schreibt:

    Hier noch die Daten für den wirklich sehr empfehlenswerten Katalog:

    Räume der Offshore-Welt: Steueroasen und Offshore-Zentren in Europa
    Herausgeber: Silke Ötsch und Celia Di Pauli
    Taschenbuch: 152 Seiten
    Verlag: Attac Trägerverein; Auflage: 1 (September 2009)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3981321405
    ISBN-13: 978-3981321401

    Räume der Offshore-Welt: Fotoausstellung zu Steueroasen und Offshore-Zentren in Europa

    Räume der Offshore-Welt: Fotoausstellung zu Steueroasen und Offshore-Zentren in Europa

  3. twixraider schreibt:

    „Offshore“ ist die Anwendung des physikalischen Prinzips der Wurmlöcher auf die Wirtschaft. Nee, der Vergleich hinkt, selbst schwarze Löcher sind irgendwann satt. Hier noch eine moralische Betrachtung vom Boulevard aus:

    http://kreadiv.wordpress.com/2011/03/19/vroni-ach-vroni-oder-liebe-macht-blind/

  4. Gina schreibt:

    Jetzt komm! Wo die Drei doch für die New Economy stehen! – Ach was, die ist nicht mehr? Ups?! Blase geplatzt? Schon vor zehn Jahren??? Hm… Da hab ich wohl was übersehen. Die Samwers auch, wie mir scheint.

    • twixraider schreibt:

      „New“ war die Economy nie, nur schneller, leichter, verführerischer (Zitat: Yoda). Wenn sich virtuellen Hottehühs so einfach züchten und frisieren lassen, vermehren sich die Roßtäuscher natürlich explosionsartig. Wo die dreisten Drei ihre Fingerchen überall mit drin haben und hatten, hat mich allerdings auch überrascht, ein Krake ist ein einarmiger Bandit gegen die. Ab einem bestimmten Betrag (Critical Cash) geht es auch nicht mehr um die Kohle, sondern nur noch ums (Ab)Zocken, quasi wie Spielsucht. Nur dass hier Sucht und Beschaffungskriminalität ein und dasselbe sind. Da muss ein neuer Begriff her… wie wär’s mit „geschäftssüchtig“? Therapie: Eiskalter Kapitalentzug.

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