Demokratie? Nein danke!

Immer wieder hört man, wie undankbar die Afghanen, Iraker & Co. wären, obwohl man ihnen doch die Segnungen der Demokratie gebracht hat. Die Liybier sind dankbar. Noch. Jede Wette, dass diese Meldung hier jetzt im Staatsfernsehen rauf und runter läuft:

US-Soldat gibt gezielten Mord an Zivilisten zu

Jetzt kommt wieder das Totschlagargument, dass es in jeder Armee Kriegsverbrecher gibt. Richtig, aber nicht jede Armee wedelt ständig mit dem Lorbeerkranz des Befreiers herum, das ist schon eine amerikanische Spezialität. Die immer wieder mehr oder weniger offen propagierte kulturell-moralische Überlegenheit sprengt ja sogar den Rahmen des handelsüblichen Chauvinismus, wenn Trophäen genommen werden. Fehlt nur noch, dass auf eBay Sandnigger-Souvenirs angeboten werden, pfui Deibel! Was mag jetzt in so einem lybischen Kopf vorgehen? „Da kann ich auch gleich bei Gaddafi bleiben… nee, lieber in einem ungleichen Kampf sterben, dann ist es wenigstens überstanden. Steck dir deine Demokratie in den Arsch, Obama, du wirst hier keine Schutztruppen stationieren!“. Obama weiss schon, warum er sich bei Odyssey Dawn so vornehm zurückhält. Nur wird ihm das diesmal nichts nützen, die Bombe ist geplatzt. Und in der gesamten arabischen Welt kommt wieder die saure Abu Ghraib-Kotze hoch. Ein Bild sagt mehr als 100 Worte:

Nix gelernt, Amerika? Oder ist es vielleicht so, dass man den Kill-Drill nicht kontrollieren kann? Zur Information: Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Effizenz der G.I.s bemängelt, viele warfen beim Sturm auf die Normandie die Flinte ins Korn. Aus Angst. Weniger vor dem Sterben, mehr vor dem Töten. Also wurde die Beseitigung dieser lästigen Hemmschwelle zur Chefsache erklärt und z.B. Dinge wie die Combat-Scheibe (Ziel in Menschenform) eingeführt. Immer feste druff, Mitleid ist für Verlierer. Das durchschlagende Erfolgsmodell „Gesteuerte Barbarei durch Konditionierung“ wurde zum Exportschlager, Schleifer der U.S. Army wurden in die ganze Welt geschickt, auch in die 3.. Immer mit gutem Beispiel voran, Hurra! Wie diese Form der Ausbildung auch zivilisierte Menschen verroht, hat Stanley Kubrik hier schrecklich-schön versinnbildlicht:

Dass diese Killerautomaten immer wieder über das Ziel hinausschiessen, ist unvermeidlich, das ist das Kampfhund-Dilemma. Was die Sache nicht besser macht, Kollateralschäden sind anders, das darf man nicht billigend in Kauf nehmen. Die Sätze „Wir entschuldigen uns für das Leid, das diese Fotos auslösen.“ und „widerwärtig für uns als Menschen“ sind der pure Hohn. Das Leid AUF den Fotos sollte den SOLDATEN leid tun und zum Nachdenken anregen, wie man diesen ewigen Alptraum stoppen kann… immer wieder Propagandamaterial für die Gegenseite zu liefern ist jedenfalls keine Lösung!

 

US-Soldat gibt gezielten Mord an Zivilisten zu

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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