8,8 Dioptrin

Aus aktuellem Anlass etwas monströse Befindlichkeitspoesie:

 

Gestern sagt ihr noch

„Wir sind nicht kurzsichtig, wir sind sicher!“

mit einem strahlenden Lächeln

kettenreaktionär wie immer

Heute sehen wir ganz ohne Brille

wie die Welt an ihrem anderen Ende untergeht

und reiben uns die Tränen aus den Augen

doch das Strahlen hört nicht auf

Gewidmet allen Atom-Lobbyisten, die nicht wie ich im April 1986 auf dem Friedhof einer Irrenanstalt Laub zusammengerecht haben, während es Bequerel geregnet hat. Danke!

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
Dieser Beitrag wurde unter Epic Fail, Nicht ganz gedicht!, Wahn & Wirklichkeit abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu 8,8 Dioptrin

  1. kreadiv schreibt:

    Ich stand an eben diesem Tag auch im Regen, das weiß ich noch genau. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich auch den ganzen Nachmittag im Freien verbracht.
    So richtig wusste man ja gar nicht, welcher Gefahr man sich da ausgesetzt hat.

    Auch wenn das Thema „monströs traurig“ ist, finde ich es gut, dass Du hier eine andere Seite von Dir zeigst, die mal nicht satirisch ist.

  2. twixraider schreibt:

    Ich spare mir meine Betroffenheit eben für echte Todessternstunden auf… siehste, schon wieder im Zynismus-Mode. Geht auch gar nicht anders, sonst würde ich verrückt. Erdbeben sind höhere Gewalt, das Geseier der Machtmenschen Höchststrafe. Im Moment redet das Merkel gerade von Demut vor der Natur…

  3. der_emil schreibt:

    Ich erinnere mich dran, daß Obst und Gemüse damals in Karl-Marx-Stadt unwahrscheinlich günstig zu kaufen war (Preise unterhalb der sonst üblichen EVP).

    Da ich aber aus der Bergbaugegend der SDAG Wismut komme und etwas mehr über die natürliche Radioaktivität in der DDR und in der BRD wußte / weiß, bleib ich auch diesmal ruhig.

    Das Kernkraftwerk in Japan ist für uns hier weniger gefährlich als die oberirdisch in einer „Wellblechhalle“ in Gorleben gelagerten Castoren (ja, das Zwischenlager ist nicht im Berg …)

    • twixraider schreibt:

      Immer noch ruhig? Die Kacke ist massiv am Dampfen, möglicherweise droht ein dreissigfaches (!) Tschernobyl. Selbst wenn die Wolke über den Pazifik treibt, macht das die Sache nicht besser, der Rotz verseucht zum Teil das Meerwasser und damit Fische, die um die halbe Welt auf unsere Teller schwimmen. Der Rest des Fallouts wandert über die gesamte Nordhalbkugel, Alaska, Kanada und die USA können sich schon mal auf warmen Regen freuen.

      • der_emil schreibt:

        Ruhig, Brauner.

        In Fukushima gibt es keinen (offenen) Graphitbrand.

        Konstruktiv sind da viele Unterschiede. Auch im Ablauf (Fukushima war vollständig abgeschaltet – Tschernobyl nicht).

        Je länger der Druckbehälter geschlossen bleibt (Tschernobyl flog am ersten Tag auseinander, WIMRE), desto besser ist die Situation.

  4. twixraider schreibt:

    Na, deine Nerven möcht ich haben, die Kernschmelze in Fukushima ist schon so gut wie sicher, Block 3 fliegt den Japanern als nächstes um die Ohren, zwei andere Anlagen sind auch beschädigt, Strom für den Notbetrieb wird auch immer knapper. Und last but not least hält Mutter Erde die Füsse nicht still, da kommt noch was nach. Kurz: Die Atomnation Japan brennt an allen Ecken. Mir ist sogar das Lachen über Loriot vergangen:

    Wie war das eigentlich 1986 auf deiner Seite des Zauns? Hat man da Informationen über das kleine Missgeschick des grossen Bruders gedeckelt? Das wär mal ein Blog…

    • der_emil schreibt:

      Da ich (Schwiegervater war beim Ratiomittelbau der Geologie/Radiologie der SDAG Wismut) gerade in dieser Beziehung recht gut informiert UND noch dazu als Student an der TU Karl-Marx-Stadt in der Sektion Physik war, konnte ich mich über mangelnde Info nicht beklagen. Mein Raumteiler war echter Leningrader (Ex – «ОбХСС» – Mitarbeiter) und ebenfalls mehr als gut informiert.

      Aber die AK brachte Infos erst, als sie auch von «TACC» kamen …

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