Der Mann mit der Nukuele

Nanu, das kenn ich doch irgendwo her, da war doch was?

Falscher Alarm, es sieht nur so aus wie ein Raabigramm:

Auf die Ähnlichkeit* angesprochen war Plemo herzlich wenig amüsiert. Verständlich, wer will schon mit einem wandelnden Stereotyp in einen Nachttopf geworfen werden. Die seinerzeit revolutionären Spottlieder sind längst Geschichte, ihr Urheber inzwischen ein Megalomaniac mit hohlen, stumpfen Jacketkronen, statt echtem Mocking gibt es nur noch müdes Merchandise, aus Lieblingsfeinden wurden Wirtschaftsvettern:

Ein Leierkastenmann, der ein Äffchen tanzen lässt. Aber er besitzt eine Art archetypisches Gewohnheitsrecht auf das Machtinstrument ‚Ukulele, das wird hierzulande mit ihm assoziert, nicht umgekehrt. Dabei hat Plemo einen echten Anspruch auf die Lizenz zum Zupfen, der hat sich nämlich sein kindliches Gemüt bewahrt. Genau das ist der springende Punkt bei der ‚Ukulele, sie verleiht ihrem User Narrenfreiheit, so wie der Dudelsack Angst und Schrecken verbreitet, stimmt die besondere Tonlage der „Uke“ die Zuhörer automatisch milde bis fröhlich. Das klappt (eigentlich) immer, egal ob harmlose Frechheiten oder saftiger Ferkelkram, im Hawaii-Sound klingt (fast) alles charmant, wer schimpft schon gerne unter Palmen:

Zum Vergleich, ein thematisch ähnlich gearteter Song der Berufsprovokateure von RAMMSTEIN wirkt dagegen allein schon durch seine Instrumentierung nur primitiv, prollig und pubertär, nicht lustig oder gar lustvoll. Aber Plemo kann aus nahezu jedem Instrument Lebensfreude kitzeln, diesem seinen Credo bleibt er – von kleinen, stilistischen Variationen – nun auch schon fast 20 Jahre treu (einen diesbezüglichen Schwur hat er mir persönlich geleistet, Plemo will und wird Plemo bleiben, andernfalls darf ich ihn in einer aus Metallica-CDs errichteten Pyramide lebendig begraben!), während andere schon längst zum Quotenkasper mutiert sind oder von der Jazz-Mücke gestochen wurden. Soll heissen, aus dem spielerischen Umgang mit Musik wird krampfhafte Virtuosität, der Künstler nimmt sich furchtbar ernst und verbreitet in der Endphase dieser Entwicklung nur noch seinen eigenen Pathos. Vielleicht wär es ja heilsam, bei dieser Sorte die ‚Ukulele als Musiktherapie anzuwenden, ich sehe mich schon als gütig-geduldiger Gitarrengruppenleiter:

„So, Moby, jetzt spiel mal „Why does my Heart feel so bad“.“

„Warum, das passt doch gar nicht, dann klingt es ja komisch.“

„Eben drum… und jetzt hopp, sonst gibt’s keinen Pudding!“

 

*Disclaimer: Jegliche Ähnlichkeiten von Plemo mit Raab sind rein zufällig bzw. von mir persönlich an den Haaren herbeigezogen. Zu den Ursachen fragen sie bitte meinen Psychiater, das Phänomen nennt sich schizoide Konfabulation, nicht zu verwechseln mit paranoider Schizophrenie, ich trage keinen Aluhut über meiner blühenden Fantasie.

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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