Google Egypt

Zur Abwechslung wieder etwas Ernsthaftes… bitte setzt alle eure Aluhüte auf! Mit ein wenig Befremdung habe ich nämlich die Nachricht gelesen, wer zur Gallionsfigur der ägyptischen Revolution gekürt wurde. Wael Ghonim ist nämlich weder ein Mann des Fellachen-Volkes noch ein Angehöriger der Denker-Kaste. Nein, ein Marketingfuzzi, aber nicht irgendeiner. Er ist Google-Gebietsleiter für Nordafrika und den Nahen Osten. Was bisher geschah hier. Alles schön und gut, aber irgendwie kommt mir das Ganze vor wie ein Märchen aus 1000 & 1 Nacht. Und daran glaube ich einfach nicht! Doch selbst wenn Ghonim nur halb so edel, hilfreich und gut ist, wie er jetzt hochgejubelt wird, über ihn haben Google und Facebook ihre Finger direkt in politischen Angelegenheiten. Ghonim ist ein embedded Hero, dem die Medienkonzerne jederzeit den Saft abdrehen können, ein Che Guevara an Fäden. Nicht vergessen, wer Informationen beherrscht, beherrscht die Welt. Wer im Internet gute Geschäfte machen will, bezahlt dafür, mit seinem Suchbegriff bei Google möglichst weit oben zu stehen. Das Geschäftsmodell ist so willkürlich wie eine Diktatur, nur viel schwerer zu stürzen. Auch Facebook ist ein Meinungsmacher, dass die Seite „Ich beauftrage Wael Ghonim, im Namen der ägyptischen Revolutionäre zu sprechen“ in den Medien so gepusht wird (Die Gruppe „6. April“ geht jetzt komplett unter), ist sicher kein Zufall. Bis dato zählt sie 258 160 Fans, doch da ist noch Luft, über 5 Millionen Ägypter sind registriert. U.a. auch welche, die unter den bisher ca. 300 Todesopfern waren, die Profile dieser Dateileichen werden zu Schreinen erklärt, Facebook wird zum Buch der Toten. Jetzt bitte mitrechnen, Ägypten hat ca. 83 Millionen Einwohner, mindestens 1/3 davon sind Analphabeten, eigenes Internet haben auch die Wenigsten. Also kein echter echter Volksaufstand, eine Revolution einer privilegierten Minderheit. Und allen voran nun ein gründlich durchamerikanisierter Ägypter? Das gefällt natürlich auch Israel, dass nichts mehr fürchtet als den unheiligen Einfluss der bisher so extrem gründlich unterdrückten Muslimbruderschaft. 90% Muslime könnten sich ja irren und sich auf die Seite der Palestinänser stellen. Oder schlimmer noch, die der Iraner. Dann würde es mal so richtig eng. Jetzt kommt der Teil mit dem Aluhut: Das Gesicht von Facebook muss ausgerechnet Zuckerberg heissen. Im Prinzip nur ein Name, für Fundamentalisten allerdings ein rotes Tuch, von denen es in der Eigentümerstruktur von Facebook noch mehr gibt. Ja, die Wüste lebt, es blühen die Verschwörungstheorien. Was natürlich auch kein Wunder ist, wenn sie so gut gedüngt werden… Fakt ist jedenfalls, dass Mubaraks Marionetten wohl nur durch neue ausgetauscht werden. Fragt sich nur noch, von wem…

Update: Gerade kommt in den Nachrichten, das Google Facebook disst, es geht um dessen bevorstehenden Börsengang und die Übernahme von Twitter. Jetzt geht das Gezerre um Ghonim als Sympathieträger los…

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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Eine Antwort zu Google Egypt

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