Der glückliche Keks

Seit der Einführung des Tourismus gibt es in Thailand ein gevögeltes Wort:

„No Money, no Honey!“

Nein, das sind keine Fehler wie der eingedeutschte „Fortune Cookie“ (eigentlich „Schicksalskeks“), sondern Hinweise auf den dortigen Sextourismus (Amtssprache Englisch), dessen Grundstein von der U.S. Army gelegt wurde. Die hat Thailand während des Vietnamkriegs nicht nur als Brückenkopf benutzt, sondern auch als Standort für ihre „Rest- & Recreation Camps“. Die mit harten Dollars gelockten Thaigirls sollten verhindern, dass sich die G.I.s an der weiblichen Zivilbevölkerung ihres unfreiwilligen Schützlings Vietnam schadlos halten. Aber das ist eine andere Geschichte, die eigentliche ist eine inzenierte Lovestory, die sich verselbstständigt hat: Josef und Narumol haben nicht nur vor der Kamera geheiratet, ihre Beziehung scheint auch zu funktionieren.

Ist das so ungewöhnlich? Jaaa!!! Es gibt zwei Gründe, wegen denen mann sich eine Thai anlacht: Sex oder Liebe. Letztere, ehrenvolle Absicht scheitert meist an der Mentalität der Narumols. Deren primäres Kriterium ist nämlich der Reis, nicht die Romantik. Ehen sind Zweckgemeinschaften, der Rest findet sich. Oder auch nicht, wovon Auswanderer ein Lied singen können. Die dürfen in Thailand z.B. keine Immobilien besitzen, Einträge im Grundbuch müssen auf die Eingeborene laufen. Im Scheidungsfall (auch Siamkatzen haben Krallen!) ist das Geld futsch, woraus sich eine eigene Form des Heiratsschwindels entwickelt hat. Den muss Josef nicht fürchten, auch wenn ihn die Jugend als „voll das Opfa“ bezeichnen würde. Wer ist wirklich naiv, der pragmatische Bauer oder der romantische Stadtfrack? Das scheinbar ungleiche Paar hat gute Chancen auf beständiges Glück, weil sie diesbezüglich bescheiden sind und die Begriffe „Ehe“ und „Liebe“ differenzieren. Honeymoon might be over, but there are still Bees humming…

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Über twixraider

Raider heißt jetzt Twix… sonst ändert sich nix, ich suche immer noch einen Job als Scherzkeks.
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